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„Der Deutschlandplan“

Der Deutschlandplan. Eigentlich sollte er nicht so heißen. Doch SPIEGEL online prägte einen Namen. Nun redet Steinmeier selbst vom Deutschlandplan.
Der Deutschlandplan ein Musterbeispiel wie eine erfolgreiche Strategie durch handwerkliche Fehler in Bedrängnis kommen kann. Am Anfang stand eine exklusive Vorab-Veröffentlichung von Spiegel online. Zwei Tage vor der offiziellen Vorstellung durch den Kanzlerkandidaten der SPD. Nur wenige Stunden später reagierte zu Guttenberg und setzte die wesentliche Gegenbotschaft: „Die Menschen sind es leid, immer zu Wahlkampfzeiten mit Versprechen überschüttet zu werden“. Und schon brach die Kritik über den Deutschlandplan herein. Die SPD offenkundig ohne vorbereitete Fürsprecher und ohne klare Begleitbotschaften geriet in die Defensive. So präsentierte der Kanzlerkandidat zwei Tage später seinen Deutschlandplan aus einer Verteidigungsrolle, nicht als Beweis seiner Handlungsfähigkeit.
Die anschließende Sommertour Steinmeiers unterstrich zwar die Botschaft der SPD, dass es in diesem Wahlkampf zentral um das Thema Beschäftigung gehen solle. Aber Wählerbefragungen zeigen, dass beide Botschaften – „Beschäftigung“ und „leere Wahlversprechen“ – gleichermaßen das Bild vom Deutschlandplan prägen. Strategisch ist der Vorstoß der SPD natürlich geschickt, die Union in einen inhaltlichen Wahlkampf zu zwingen. Denn jede Auseinandersetzung polarisiert und mobilisiert. Und die SPD braucht eine hohe Mobilisierung am Wahltag.

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